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Mauser Modell 98
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Das Mauser Modell 98 wurde als Gewehr 98 im Jahr 1898 beim preuĂischen Heer eingefĂŒhrt. Es ist ein Mehrladegewehr basierend auf dem Verschlusssystem des deutschen Waffenherstellers Mauser. Die Repetierwaffe mit Zylinderverschluss und dem in die Waffe integrierten Magazinkasten fĂŒr fĂŒnf Patronen wurde ab 1898 in verschiedenen AusfĂŒhrungen hergestellt. Die wohl bekanntesten AusfĂŒhrungen sind das bereits genannte Gewehr 98 (G98) und der Karabiner 98k mit kĂŒrzerem Lauf. Mit einer Gesamtzahl von gröĂenordnungsmĂ€Ăig 100 Millionen hergestellten Einheiten ist das verwendete Mauser System 98 eines der weltweit meistproduzierten Waffen-Verschlusssysteme.cite-ref-4[4]
Contents
âą Verwendung
âą Entwicklung
âą Versionen
âą Verwandte Themen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Verwendung
Das Gewehr 98 erhielt die Zulassung durch die preuĂischen Behörden im Jahr 1898, eingefĂŒhrt als âModell 98â im Kaliber 8 Ă 57 (7,92 Ă 57 mm). Das Königreich Bayern erhielt die Mauser-Lizenz erst am 17. September 1901 fĂŒr die Königlich Bayerische Gewehrfabrik in Amberg. Erst am 2. Mai 1900 hatte Prinzregent Luitpold das Gewehr 98 fĂŒr die bayerische Armee als Ordonnanzwaffe angenommen. Der Grund waren die schlechten Erfahrungen mit dem VorgĂ€nger, dem Gewehr 88 (das nicht von Mauser stammte, sondern von der GPK entwickelt worden war und daher auch den Namen Kommissionsgewehr trug). Die Infanterie des Deutschen Heeres war wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs ĂŒberwiegend mit dem Gewehr 98 ausgerĂŒstet.cite-ref-5[5] Die Kavallerie, Pioniere und sonstige Spezialtruppen verwendeten verschiedene Karabiner mit dem Mauser-System 98. Nach dem Kriegsende wurden in der Reichswehr ĂŒberwiegend die Karabiner 98a und Karabiner 98b verwendet. Das Nachfolgemodell Karabiner 98k wurde ab 1935 in der Wehrmacht und so auch als Standardwaffe im Zweiten Weltkrieg verwendet. Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung setzt den Karabiner 98k noch im protokollarischen Dienst in DekoausfĂŒhrung ein. Der Verschluss Mauser System 98 wird auch in einer ganzen Reihe anderer Gewehre verwendet, beispielsweise dem spanischen Santa Barbara FR 8.
Entwicklung
Die Entwicklung des Gewehres begann bereits Ende des 19. Jahrhunderts durch Mauser in Oberndorf am Neckar. 1898 wurde die Waffe standardisiert und in das Deutsche Heer eingefĂŒhrt, daher auch der Name: G(ewehr) 98. Unterschiedliche Hersteller deckten den RĂŒstungsbedarf. Zehn Jahre spĂ€ter wurde eine neue, kĂŒrzere Variante hergestellt, die sich auch fĂŒr andere Aufgaben eignen sollte. Sie war ein Kompromiss zwischen Leistung, Tragbarkeit und Handlichkeit. Das Modell Mauser Karabiner 98AZ (spĂ€ter Kar98a (klein a)) ĂŒberzeugte durch einen hervorragend konstruierten, robusten Drehzylinderverschluss mit zwei vorne liegenden Verriegelungszapfen und einem rĂŒckwĂ€rtigen Sicherheitszapfen.
Der Mauserverschluss war Vorbild fĂŒr viele Konstruktionen. Gewehre der Modell-98-Serie und deren Weiterentwicklungen und Varianten wurden ĂŒber einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren in groĂer Zahl hergestellt und weltweit verbreitet. SchĂ€tzungen gehen von etwa 100 Millionen produzierten Gewehren aus. Selbst heute sind Varianten des Karabiners noch in Gebrauch, im zivilen Bereich vorwiegend als Jagdgewehr, in EntwicklungslĂ€ndern auch hĂ€ufig als Polizei- und MilitĂ€rwaffe.
Es gibt verschiedene Versionen von Karabinern 98, die alle als Karabiner mit System 98 zusammengefasst werden. Die Karabiner Artillerie, Kavallerie, A und AZ wurden im Ersten Weltkrieg verwendet. Die Karabiner 98b und 98a wurden von der Reichswehr und anderen bewaffneten Formationen zur Zeit der Weimarer Republik getragen, dabei ist das Modell 98a mit dem 98AZ identisch. Der Karabiner 98 kurz und das Gewehr 33/40 wurden von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg verwendet. Der K98 ist eine polnische Kopie des deutschen Karabiner 98b.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] Oft wird der Karabiner 98 k fĂ€lschlicherweise mit âK98â abgekĂŒrzt.
Versionen
(Hinweis: Da sehr viele Varianten und Versionen existieren, werden hier nur die wichtigsten aufgefĂŒhrt.)
Mehrladegewehr Modell Mauser 98 (G98)
Die 1240 mm lange Grundversion, die ab 1898 hergestellt wurde, war die Standardwaffe des Deutschen Heeres wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs. Neben dem neu konstruierten Zylinderverschluss besaĂ das Gewehr einen 740 mm Lauf fĂŒr die verbesserte 8Ă57IS-Patrone. Markant war die Quadranten-Visiereinrichtung des Konstrukteurs Lange, die ab 1905 eine Einteilung von 400 bis 2000 Meter aufzeigte. Zum Gewehr gehörten ein verstellbarer Ledertrageriemen, ein MĂŒndungsschutz mit Klappe, wodurch die Laufreinigung ohne Abnahme des MĂŒndungsschutzes möglich wurde, und das lange Bajonett 98. WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges wurden geringfĂŒgige Ănderungen durchgefĂŒhrt. Unterschiedlichste Bajonette, u. a. das bekannte Modell 98/05, wurden bis 1918 fĂŒr Gewehr und Karabiner entwickelt.
Karabiner 98 Kavallerie
Um einen modernen und vor allem mit anderen Truppenteilen kompatiblen Ersatz fĂŒr den Karabiner 88 (auch Kommissionsstutzen genannt) zu haben, fĂŒhrte die deutsche Kavallerie 1900 eine verkĂŒrzte Version des Gewehr 98 ein. Er hatte einen flachen löffelartigen, abgekröpften KammerstĂ€ngel. Seine LauflĂ€nge betrĂ€gt 435 mm.cite-ref-9[9]
Karabiner 98 Artillerie
Um ebenfalls eine moderne und munitionskompatible Waffe zu haben, fĂŒhrte auch die Artillerie einen Karabiner mit dem Mauser-System 98 ein, dieser ersetzte das Gewehr 91 und war bis auf eine Zusammensteckeinrichtung mit dem Karabiner 98 Kavallerie identisch. Diese Einrichtung erlaubte es Soldaten ihre Waffen zu Pyramiden zusammenzustecken.cite-ref-10[10]
Karabiner 98A
Um einen einheitlichen Karabiner fĂŒr Artillerie und Kavallerie zu haben, wurde 1902 der âKarabiner mit Aufpflanzvorrichtung fĂŒr des Seitengewehr 98â eingefĂŒhrt. Seine LauflĂ€nge betrĂ€gt 435 mm. Im Gegensatz zu seinen beiden VorgĂ€ngern hat er eine andere SchĂ€ftung und das Korn wird nun von Kornschutzbacken geschĂŒtzt. Es ist der erste Karabiner, der in geringem Umfang auch an Spezialeinheiten ausgegeben wurde.cite-ref-11[11]
Karabiner 98AZ (nach 1918 Karabiner 98a)
Da der Karabiner 98A wegen seines kurzen Laufes zu einem enormen MĂŒndungsfeuer neigte, was vor allem Spezialeinheiten bemĂ€ngelten, wurde 1908 der âverlĂ€ngerte Karabiner 98 mit Aufpflanz- und Zusammensteckvorrichtungâ eingefĂŒhrt. Seine LauflĂ€nge betrĂ€gt 590 mm, was im Vergleich zum Karabiner 98A Probleme mit dem RĂŒckstoĂ und MĂŒndungsfeuer verringerte. Im Gegensatz zum flachen KammerstĂ€ngel seiner VorgĂ€nger erhielt er einen angewinkelten KammerstĂ€ngel mit Kugelkopf. Kenntlich war er zudem an dem fast bis zur MĂŒndung reichenden Ganzschaft mit Handschutz, einem unten angesetzten Dorn zum Zusammenstellen mehrerer Karabiner und dem mit einem Scharnier aufklappbaren Oberring. Er war wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges eine beliebte Alternative zum langen und unhandlichen Gewehr 98, bewĂ€hrte sich im Grabenkampf und wurde ĂŒberwiegend an Sturmtruppen ausgegeben. Nach dem Krieg wurde die Namenspolitik der Karabiner geĂ€ndert und aus dem Kar98AZ wurde der Kar98a (klein a). Mit der EinfĂŒhrung eines neuen, schwereren Geschosstyps fĂŒr die deutsche Standardpatrone 8 Ă 57 IS wurden 1923 Probleme mit dem RĂŒckstoĂ und MĂŒndungsfeuer weiter verringert.
Karabiner 98b
Der Versailler Vertrag erlaubte dem deutschen Reich nur eine bestimmte Anzahl an Gewehren zu besitzen. Aus diesem Grund wurde auf die weniger streng regulierten Karabiner ausgewichen, bis 1923 mit dem Karabiner 98b eine Waffe geschaffen wurde, bei der es sich lediglich um ein leicht abgeĂ€ndertes Gewehr 98 handelte. Seine LauflĂ€nge betrĂ€gt 740 mm wie beim Gewehr 98. Um als Karabiner durchzugehen, wurde der gekrĂŒmmte KammerstĂ€ngel mit Kugelkopf des Karabiner 98AZ verwendet und seitliche Trageriemenhalterungen angebracht. Zudem wurde bei diesem Modell das âLange-Visierâ des Infanteriegewehres durch ein Tangentenvisier mit austauschbarer Rampe ersetzt. Viele G98 wurden so zum Karabiner 98b umgerĂŒstet.cite-ref-12[12]
mauser-standard-karabiner Mauser Standard Karabiner
Dieses um 1924 fĂŒr den Export in andere LĂ€nder geschaffene Modell hat zwar mit 1110 mm eine Ă€hnliche GesamtlĂ€nge wie der Karabiner 98a, ĂŒbernahm jedoch im Vergleich zu diesem mehr Teile vom ursprĂŒnglichen Gewehr 98, um eine Herstellung auf dessen Maschinen zu ermöglichen. Hauptabnehmer waren China und sĂŒdamerikanische Staaten, aber auch die SA und SS kauften einige Exemplare.cite-ref-13[13]
Karabiner 98 DRP (Mauser Banner)
Als nach der Machtergreifung 1933 die WiederaufrĂŒstung begann, wurden die ersten Karabiner offiziell im Namen der deutschen Reichspost bestellt. Diese Modelle unterscheiden sich nicht vom Mauser Standard Karabiner, tragen jedoch mit D.R.P. den Stempel der Deutschen Reichspost. In Wirklichkeit gelangten die meisten dieser Waffen zur SA und spĂ€ter zur SS.cite-ref-14[14]
Als die WiederaufrĂŒstung nach der Machtergreifung Hitlers weiter Fahrt aufnahm, wurde eine einheitliche Ordonnanzwaffe fĂŒr die zu grĂŒndende Wehrmacht gesucht. Da kein ausgereiftes deutsches Selbstladegewehr zur VerfĂŒgung stand und man sehr schnell sehr viele Gewehre benötigen wĂŒrde, entschied man sich fĂŒr eine leicht geĂ€nderte AusfĂŒhrung des Karabiner 98 DRP, da dieser sich auf den, bereits in groĂer Zahl vorhandenen Maschinen des Gewehr 98 herstellen lieĂ und sich zudem vorhandene Karabiner 98b und Gewehr 98 zur âkurzâ-Version umrĂŒsten lieĂen. Aufgrund seiner GesamtlĂ€nge von 1110 mm handelte es sich beim Karabiner 98 kurz weniger um einen Karabiner als um ein Universalgewehr, wie beim Lee-Enfield No.4 (1129 mm) oder dem Springfield M1903 (1055 mm)cite-ref-15[15]. Dass der Karabiner 98k trotzdem als Karabiner bezeichnet wurde, hat den Grund dass Adolf Hitler den Kar98AZ wiederholt lobte, mit welchem er selbst im Ersten Weltkrieg ausgerĂŒstet gewesen war. Mauser hoffte so auf eine schnellere Annahme des Kar98kcite-ref-16[16]. Wegen der LauflĂ€nge von 600 mm hatte man auch weniger Probleme mit dem starken MĂŒndungsfeuer. Die neue Patrone Infanterie Spitz-Schwer half mit, dieses Problem weiter in den Griff zu bekommen und verbesserte zudem die Reichweite bei kĂŒrzerem Lauf. Das Modell Karabiner 98k blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 die meistverbreitete Handfeuerwaffe der deutschen Wehrmacht. Fachleute unterteilen den K98k nochmals in das Vorkriegsmodell mit flacher Schaftkappe, das Ăbergangsmodell mit Schuhschaftkappe und das Kriegsmodell mit verschiedenen Vereinfachungen wĂ€hrend der Produktion.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Um eine kompakte Waffe fĂŒr die deutschen Gebirgstruppen zu haben, wurde am 16. November 1940 das Gewehr 33/40 eingefĂŒhrt. Bei dem Gewehr handelte es sich um einen Nachbau des tschechischen Karabiners 16/33. Beide sind zu groĂen Teilen mit dem Karabiner 98 kurz identisch, jedoch wurde der Lauf auf 490 mm gekĂŒrzt und das Visier entsprechend angepasst. Zudem wurde eine Schutzplatte am Kolben angebracht und der KammerstĂ€ngelkopf war unten ausgehöhlt. Beim Gewehr 33/40 handelte es sich wegen der Kompaktheit eher um einen Karabiner. Wegen seiner geringen LĂ€nge war es besonders beliebt, stieĂ aber auch ein enormes MĂŒndungsfeuer aus. Einige Exemplare wurden mit einem abklappbaren Kolben an Fallschirmtruppen geliefert und einige Modelle mit Zielfernrohr wurden an GebirgsjĂ€ger ausgegeben.cite-ref-19[19]
Volkskarabiner 98 (VK98)
Um den gegen Ende des Krieges gegrĂŒndeten Volkssturm auszurĂŒsten, forderte die NSDAP verschiedene Firmen auf, einfache und billig zu produzierende Waffen zu liefern. Dabei setzte Steyr mit dem Volkskarabiner 98 auf den Verschluss Modell 98 und ergĂ€nzte diesen durch einen vereinfachten Lauf, einen einfachen Holzkolben und ein simples Visier.cite-ref-20[20]
Zollkarabiner ZK 52
Systeme bei FN hergestellt, Waffen durch Heym montiert. Verwendet von westdeutschen Zollbeamten ab 1953.
K98
Als die neugegrĂŒndete Zweite Polnische Republik das Danziger Arsenal in der Freien Stadt Danzig zeitweise ĂŒbernahm, wurden die dortigen Maschinen nach Warschau und Radom (Fabryka Broni Ćucznik) gebracht, um eine eigene Waffenproduktion im Kernland aufzubauen.cite-ref-21[21] Da die deutschen Maschinen fĂŒr die Produktion von Gewehr 98 und Karabiner 98A eingerichtet waren, produzierte Polen direkte Kopien fĂŒr die neu aufgestellte polnische Armee.cite-ref-22[22] Da sich das Gewehr 98 im Polnisch-Sowjetischen Krieg als zu unhandlich erwies, wurde ein kurzes Gewehr mit dem Namen Karabiner 98 (K98) entwickelt. Der K98 ist wie der deutsche Karabiner 98b eine Version des Gewehres 98, aber mit der LĂ€nge des Karabiner 98AZ (spĂ€ter a). Der K98 aus Warschau hatte einen geraden KammerstĂ€ngel, die Variante aus Radom einen gebogenen mit Rundkopf.cite-ref-samotw-23-0[23] Der spĂ€ter entwickelte Karabiner 29 (K29) ist eine direkte Kopie des tschechischen Gewehrs vz. 24.cite-ref-samotw-23-1[23] Da der bei allen TeilstreitkrĂ€ften eingefĂŒhrte K29 den Anforderungen der polnischen Infanterie nicht genĂŒgte, wurde dort 1934 mit dem K98a eine Waffe mit 1150 mm LĂ€nge eingefĂŒhrt.cite-ref-24[24]
Weitere Varianten
Vergleich der technischen Daten des Gewehr 98 und spÀterer Varianten
| | Gewehr 98 | Karabiner 98A | Karabiner 98AZ (Kar98a) | Karabiner 98b | Karabiner 98k | Gewehr 33/40 | K98 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr: | 1898 | 1902 | 1908 | 1923 | 1934 [ 25 ] | 1940 | 1921 [ 26 ] |
| GesamtlÀnge: | 1250 mm | 945 mm | 1090 mm | 1250 mm | 1110 mm | 995 mm | 1092 mm |
| LauflÀnge: | 740 mm | 435 mm | 590 mm | 740 mm | 600 mm | 490 mm | 595 mm |
| VisierlÀnge: | 650 mm | | 500 mm | 650 mm | 500 mm | | |
| Gewicht: | 4000 g | 3300 g | 3800 g | 4000 g | 3700 g | 3480 g [ 27 ] | 3900 g |
| | gerader KammerstÀngel mit Kugelkopf, Lange-Visier | abgekröpfter KammerstÀngel in Löffelform, Aufpflanzvorrichtung | gebogener KammerstÀngel mit Kugelkopf, Aufpflanz- und Zusammensetzvorrichtung, Kornschutzbacken. Schiebevisier | gebogener KammerstÀngel mit Kugelkopf, Schiebevisier | gebogener KammerstÀngel mit Kugelkopf, Schiebevisier | gebogener KammerstÀngel mit Hohlkopf, Schiebevisier | gerader KammerstÀngel (Warschau) Gebogener KammerstÀngel (Radom) Schiebevisier |
GewehrgranatgerÀt
Im Ersten Weltkrieg setzte das deutsche Heer bereits Gewehrgranatwerfer ein, bei der Granatmunition auf das Gewehr 98 aufgesetzt wurde. Eine Weiterentwicklung war ab 1942 das GewehrgranatgerĂ€t Kaliber 30 mm, das auf den Karabiner 98k geklemmt werden konnte. Es sollte die bisherigen GranatgerĂ€te ersetzen, da diese nicht in groĂem Umfang vorhanden waren. Die Aufgaben des auch als âSchieĂbecherâ bekannten GerĂ€tes waren dieselben wie bisher: BekĂ€mpfung von Infanterie, Stellungen und Panzern. Eine Vielzahl an Sondermunition lieĂ sich mit diesem 1.450.114 Mal hergestellten Zusatzteil verschieĂen. Seine Reichweite lag bei rund 300 m. Zum Kriegsende war das GewehrgranatgerĂ€t allerdings gegen die Panzerung neuer alliierter Panzermodelle wirkungslos geworden.
Modell 98 als ScharfschĂŒtzengewehr
Bereits im Herbst 1914 bestellte das Kriegsministerium in Berlin bei den Herstellern 15.000 mit Zielfernrohr ausgestattete ScharfschĂŒtzengewehre, nachdem der Vormarsch ins Stocken geraten war und sich der Grabenkrieg abzeichnete.cite-ref-28[28] Dieser Auftrag konnte erst 1916 abgeschlossen werden, auch unter Zuhilfenahme eines Appells an die zivilen JĂ€ger, die aufgefordert wurden, Optiken und JagdbĂŒchsen mit Optiken zu spenden. Diese Gewehre blieben auch nach dem Krieg im Bestand der Reichswehr, mit einem Sollbestand von zwölf ZF-Gewehren pro Infanteriekompanie. Neue Gewehre wurden erst ab 1927 wieder beschafft, ausgerĂŒstet mit einem Zeiss-âZielvisierâ mit vierfacher VergröĂerung und der sogenannten âBerliner Montageâ wegen der vom Waffenamt in Berlin genehmigten AusfĂŒhrung, wĂ€hrend die Weltkriegswaffen mit unterschiedlichen Optiken und Montagen ausgestattet waren. Erst 1930 glaubte man darauf verzichten zu können. Bis 1938 wurden die Gewehre oder Optiken teilweise zurĂŒckgebaut oder verkauft. Erst am 7. MĂ€rz 1938 wurde diese Praxis durch einen Erlass des OKH gestoppt, um auf die verstĂ€rkte RĂŒstung zu reagieren. Ausgesuchte Karabiner 98k wurden mit einem Zielfernrohr ausgestattet und als PrĂ€zisions- und ScharfschĂŒtzengewehr genutzt. Wegen der höheren effektiven Reichweite und besseren PrĂ€zision bevorzugten die deutschen Soldaten dabei den Karabiner 98k gegenĂŒber dem spĂ€ter eingefĂŒhrten Gewehr 43. Auch hier kam es wieder zu EngpĂ€ssen bei den Optiken, worauf Hitler 1942 verlangte, die Jagdzielfernrohre der deutschen JĂ€gerschaft einzuziehen.cite-ref-29[29]
Verwandte Themen
Literatur
âą Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des zweiten Weltkriegs: eine EnzyklopĂ€die. ĂŒber 1500 Waffensysteme: Handfeuerwaffen, Flugzeuge, Artillerie, Kriegsschiffe, U-Boote. Dt. Erstausg. Auflage. BechtermĂŒnz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5385-9 (Originaltitel: The Encyclopedia of weapons of World War II: the comprehensive guide to over 1,500 weapons systems, including tanks, small arms, warplanes, artillery, ships, and submarines. 1998. Ăbersetzt von Neumann & NĂŒrnberger).
âą Hans Dieter Götz: Die deutschen MilitĂ€rgewehre und Maschinenpistolen 1871â1945. Stuttgart 1985, ISBN 3-87943-350-X.
âą Terry Gander, Peter Chamberlain: EnzyklopĂ€die deutscher Waffen: 1939â1945. Handwaffen, Artillerie, Beutewaffen, Sonderwaffen. Spezialausg. 2. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02481-0 (Originaltitel: Small arms; artillery and special weapons of the Third Reich. 1978. Ăbersetzt von Herbert JĂ€ger).
âą A E Hartink: Encyclopedia of Rifles and Carbines, Lisse & Rebo, 1997, ISBN 978-1-901094-18-3.
âą Reiner Lidschun, GĂŒnther Wollert: Infanteriewaffen gestern (1918â1945). Illustrierte EnzyklopĂ€die der Infanteriewaffen aus aller Welt. 1998, Brandenburgisches Verlagshaus, ISBN 978-3-89488-036-1.
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âą Pawel M. Rozdzestwienski, Krzysztof Haladaj: Karabiny i karabinki Mauser 98 w Wojsku Polskim w latach 1918â1939. 1. Auflage. ZP Grupa Sp-z o.o, Warschau 2010, ISBN 978-83-65005-27-4 (polnisch).
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âą Dieter Storz: Gewehr & Karabiner 98. Die SchuĂwaffen 98 des deutschen Reichsheeres von 1898 bis 1918 (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt. Bd. 4). Verlag Militaria, Wien 2006, ISBN 978-3-902526-04-5.
âą Sebastian Thiem: Ein Muster, zwei Staaten. Das Seitengewehr 85/98 fĂŒr Deutschland und Portugal. In: DWJ (frĂŒher Deutsches Waffenjournal) 6/2015, S. 84â89.
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âą United States Army Intelligence: German Infantry Weapons, War Department, 1943, Seiten 21â33, (online bei archive.org).
Weblinks
Commons
: Karabiner 98K
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons
: Mauser M1898
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Patentinformationen Kar98k
Einzelnachweise
cite-note-11. Hans-Dieter Götz: Die deutschen MilitĂ€rgewehre und Maschinenpistolen 1871â1945. 3. Auflage. Motorbuch Verlag, 2004, ISBN 3-87943-350-X.
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cite-note-33. W. H. B. Smith: Small Arms of the World The Basic Manual of Military Small Arms. 6. Auflage. The Stackpole Company, Harrisburg, PN (englisch).
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cite-note-88. â Reiner Lidschun, GĂŒnter Wollert: Infanteriewaffen Illustrierte EnzyklopĂ€die der Infanteriewaffen aus aller Welt bis 1945. Parragon Books, Königswinter, ISBN 978-1-4454-3816-0.
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cite-note-1111. â Hans-Dieter Götz: Die deutschen MilitĂ€rgewehre und Maschinenpistolen 1871â1945. 3. Auflage. Motorbuch Verlag, 2004, ISBN 3-87943-350-X.
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cite-note-2020. â Hans-Dieter Götz: Die deutschen MilitĂ€rgewehre und Maschinenpistolen 1871â1945. 3. Auflage. Motorbuch Verlag, 2004, ISBN 3-87943-350-X.
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cite-note-2424. â Pawel M. Rozdzestwienski, Krzysztof Haladaj: Karabiny i karabinki Mauser 98 w Wojsku Polskim w latach 1918â1939. 1. Auflage. ZP Grupa Sp-z o.o, Warschau 2010, ISBN 978-83-65005-27-4, S. 49 (polnisch).
cite-note-254. Hans-Dieter Götz: Die deutschen MilitÀrgewehre und Maschinenpistolen 1871-1945. 3. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart, ISBN 3-87943-350-X, S. 144.
cite-note-265. Pawel M. Rozdzestwienski, Krzysztof Haladaj: Karabiny i karabinki Mauser 98 w Wojsku Polskim w latach 1918â1939. 1. Auflage. ZP Grupa Sp-z o.o, Warschau 2010, ISBN 978-83-65005-27-4, S. 67 (polnisch).
cite-note-276. Reiner Lidschun, GĂŒnter Wollert: Infanteriewaffen Illustrierte EnzyklopĂ€die der Infanteriewaffen aus aller Welt bis 1945. 2. Ausgabe Auflage. Parragon Books, Königswinter, ISBN 978-1-4454-3816-0.
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